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Historie

1883

Gründer: Peter Klein, Johann Müller, Johann Kirchner, Philipp Niegemann, Peter Kilp VII
Die Gründung der Turngemeinde, wie sie zunächst hieß, erfolgte 1883. Es war die Zeit, als viele Turnvereine in der näheren und weiteren Umgebung gegründet wurden. Anregend dürfte auch das Feldberg-Fest gewesen sein, das als ältestes Bergturmfest seit 1844 abgehalten wurde. Erster Turnplatz war der Platz vor den Eichen in der Lorsbacher Straße/Ecke Münsterer Straße, auf dem in der Woche zweimal und sonntags von 6-9 Uhr früh geturnt wurde. Der Besuch der Turnstunden war Pflicht und wer fehlte, musste Strafe zahlen. Aber auch das Fehlen bei geselligen Veranstaltungen stand unter Strafe und so ist im alten Kassenbuch vermerkt, dass z. B. bei Maskenball RM 1,- Strafe gezahlt werden musste, für damalige Verhältnisse ein erheblicher Betrag.

1884 – 1924

Das Turnen nahm einen guten Aufschwung. 1895 war bereits hier ein Gauturnfest und die Mitwirkung bei anderen Veranstaltungen war selbstverständlich. Meist wurde dabei eine Pyramide gestellt; in alten Kassenbüchern sind Ausgaben für Magnesium als Beleuchtung angegeben.

Auch das Spielmannswesen wurde früh gepflegt, denn bereits 1891 sind Kosten für Trommelfelle im Kassenbuch angeführt. Ein andermal ist angeführt, dass ein Ausflug mit Hörnermusik stattgefunden hat. Die Pflege der turnerischen Gemeinschaft war sehr groß. Es wurden Waldfeste, Fackelzüge, Preisschießen oder Verlosungen veranstaltet, wohl vor allem, um die Kasse aufzubessern. 1897 wurde ein zweiter Barren beschafft, nachdem 1895 ein Pferd gekauft worden war. Es bestand sehr früh auch eine Gesangsriege und 1905 ist das hier abgehaltene Gauturnfest, mit Gesang eröffnet worden. Um die Jahrhundertwende ist vermerkt, dass Adam Kunz, (Äppel Adam) der beste Turner war.

Die Unterweisung im Turnen nahmen 2 Turner aus Höchst vor, die es sich zur Ehre anrechneten, die Turnstunden abzuhalten. Es müssen zwei sehr tüchtige, tatkräftige und energische Turner gewesen sein, denn es wurde noch viele Jahre nach Beendigung ihrer Tätigkeit von ihnen gesprochen. Sie legten einen guten Grundstein und bildeten Turnwarte und Vorturner aus.
Ab 1912 wurde das Faustballspiel aufgenommen und bis zum Krieg 1939 nahm man an Rundenspiele teil.

Im Jahre 1922 wurde mit dem Mädchenturnen begonnen, das sich später unter Leitung von Oberturnwart Stausebach sehr gut entwickelte.

1925 – 1938

Im Jahre 1925 wurde durch Mitglieder der Turner die Handballabteilung gegründet und fleißig Handball gespielt. Um Feldhandball betreiben zu können mussten entsprechende Voraussetzungen erfüllt werden. Die Gemeinde stellte den Platz des heutigen Sportplatzes an der Lorsbacher Str. zu Verfügung, der gerodet und durch die Mitglieder, später auch mit Hilfe der Amerikaner- nach dem Krieg-, weiter ausgebaut werden konnte. Damit stiegen auch die leichtathletischen Leistungen.

Schon früh wurde vom Bau einer eigenen Turnhalle gesprochen, denn das Turnen fand im Sommer im Freien, im Winter im Saal des Gasthauses“ Zum goldenen Löwen“ statt. Beginn und Ende des Turnens im Freien war das An- bzw. Abturnen, was jedesmal ein besonderes Ereignis war. Im Jahre 1927 wurde der Beschluss zum Bau einer eigenen Halle gefasst und Architekt Heinrich Schindelbeck hatte schnell einen Entwurf zur Hand, so dass nach Kämpfen um Zuschüsse und durch Unterstützung der Farbwerke Höchst 1929 die Grundsteinlegung, aber durch die damalige große Arbeitslosigkeit erst 1938 die Einweihung erfolgen konnte. Trotzdem konnte die Halle für das Turnen schon ab 1930 genutzt werden.

1945 – 1974

Nach Kriegsende war das Turnen zunächst verboten, aber Ende 1945 wieder gestattet worden. Es erfolgte der Zusammenschluss mit dem 1922 gegründeten Radfahrer-Verein unter dem neuen Namen Turn und Sportgemeinschaft, der aber 1952 in Turn- und Sportgemeinde 1883 aus Tradition zur früheren Turngemeinde geändert wurde.

Die Anfänge nach dem Krieg und der Neuaufbau und waren schwierig. Das Interesse am Sport und dem Ausüben der unterschiedlichen Sportarten wurde stärker. Eigene Abteilungen neben der Turn- und Leichtathletik Abteilung entstanden wieder: Handball, Radsport, Karneval sowie der Spielmann- und Fanfarenzug.

Das Vereinsleben entwickelte sich überaus positiv und förderten die Leistungsbereitschaft der Mitglieder. In den nächsten Jahren wurden Sportler der TSG Münster über die Landesgrenzen hinaus bekannt und errangen nationale und internationale Titel. Alfred Hebauf – mehrfacher Deutscher Meister 100m / 200 m Leichtathletik, Ulrike Schüssler- mehrfache Deutsche Meisterin Mehrkampf Turnen, Bernd Becker- Deutscher Jugendmeister im Dreisprung, Bernhard Nermerich- Deutscher Meister Gehen und Olympia Teilnehmer in Mexiko, Niegmann / Bilz -Hessenmeister Zweier Kunstradfahren sind einige, die in der TSG ihre Karriere begannen.

Durch den stetigen Anstieg der Mitglieder war ein Ausbau der Turnhalle mit Wirtschaftsgebäude und 2 Kegelbahnen im Jahre 1968/69 erforderlich und wurde am 27.6.1969 in einer Feierstunde übernommen. Der Verein hat den Bau nur durch große Opfer und den Zusammenhalt aller Mitglieder und deren Hilfe vornehmen können.

1975 – 1982

Im Jahre 1975 feierte die Abteilung Handball ihr 50-jähriges Jubiläum. Im Festzelt – auf dem heutigen Gelände Waldplateau – wurde dies mit Kommers, großem bunten Abend, sowie Handballturnieren auf dem Sportgelände entsprechend gefeiert. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde der neue Kunststoffplatz hinter der TSG Halle eingeweiht und die neu gegründete Mädchenmannschaft absolvierte ihre ersten Spiele.

1976 wurde das Training für das Sportabzeichen aufgenommen. Zahlreiche Mitglieder und Nicht-Mitglieder haben seit dem das Angebot wahrgenommen und die Sport-Prüfungen abgelegt. Zum Jahresabschluss findet die offizielle Übergabe der Sportabzeichen statt.

Die TSG Münster expandierte weiter. So wurde im Jahre 1978 eine bestehende Karategruppe als Abteilung in die TSG integriert.

1980 wurde eine zusätzliche Erweiterung der Geräteräume vorgenommen und 2 zusätzliche neue Kegelbahnen gebaut.

1983 – 1999

100 Jahre TSG Münster hieß es im Jahre 1983. Der Verein präsentierte sich anlässlich seines Jubiläums mit zahlreichen kulturellen und sportlichen Veranstaltungen. Ein Festumzug mit 46 Zugnummern durch die Straßen Münsters zeigte, dass die TSG ein fester Bestandteil in unserem Stadtgebiet mit hoher Akzeptanz in der Bevölkerung ist.

Seit 1983 nimmt die TSG Münster regelmäßig am 4jährlich stattfinden Deutschen Turnfest mit Erwachsenen und Jugendlichen teil.

Die Sportangebote für alle Altersgruppen wurden laufend erweitert. Zusätzliche Übungsstunden für die Kleinsten (Mutter/ Kind –Turnen; Tanzgruppen, Minihandball oder Sound-Karate) wurden eingeführt und fanden regen Zuspruch.

Im Jahre 1986 wurde das Sportgelände mit einem neuen Rasenplatz und einer Rundlaufbahn modernisiert.
1993/94 entstand der heutige vordere Gebäudetrakt mit neuer Vereinsgaststätte, zusätzlichem Gymnastik- und Fitnessraum und neuem Foyer.

Unter dem Motto “Rund um Fit“ starteten wir im April 1997 verschiedene Kursangebote zum Thema Fitness und Gesundheit.
Die TSG Münster wurde als erster Kelkheimer Verein mit dem Pluspunkt Gesundheit des DTB ausgezeichnet.
Davor schon wurde die TSG Münster im Jahr 1990 vom DTB zum Sportabzeichen-Treff benannt.
Über die Landesgrenzen hinaus ist die TSG Münster durch seine Handballer bekannt. Auch hier machte sich die konsequente Jugendförderung bemerkbar. Die Herren- (Saison 88 / 89) und die Damenmannschaft wurden Meister und sicherten sich den Aufstieg in die Oberliga Hessen (Saison 96 / 97).

2000 – 2009

Im Juni 2000 feierte die Abteilung Handball das 75-jährige Bestehen. Absoluter Höhepunkt, neben den vielen Aktivitäten und Festlichkeiten zu diesem Zeitpunkt, war jedoch die Hessenmeisterschaft der Damen- und Herrenmannschaft mit dem Aufstieg in die Regionalliga Südwest.

Im Jahr 2003 nahmen die Turner der TSG zum ersten Mal an der alle 4 Jahre stattfindenden Welt-Gymnaestrada teil, die in diesen Jahren in Portugal (2003) und Österreich (2007) ausgerichtet wurde.

Mit der Meisterschaft der Handball-Herrenmannschaft in der Saison 2004 / 2005 in der Regionalliga Südwest und dem verbundenen Aufstieg in die 2. Bundesliga wurde der bisherige Höhepunkt erreicht. Im zweiten Jahr spielte die Mannschaft in der 2. Bundesliga und belegte in der Saison 2006/ 2007 einen hervorragenden Mittelfeldplatz.

Die Jugendarbeit hatte für die TSG Münster, wie schon immer, höchste Priorität. Im Jahr 2007 standen den Jugendlichen unter 18 Jahren jede Woche 33 verschiedene Angebote mit über 60 Übungsstunden zur Verfügung. In den letzten Jahren stieg die Mitgliederzahl der Jugendlichen stetig und erreichte einen Anteil von 41 % aller Mitglieder.
Der Verein hatte in diesem Jahr 1752 Mitglieder und war mit seinen zahlreichen Angeboten einer der größten Sportvereine in Kelkheim.
Das Jubiläum wurde am 29. bis 31. August unter dem Motto „TSG Münster 125 Jahre jung“ begangen. An einem Aktionstag konnten die Abteilungsmitglieder sämtliche Vereinsangebote für jung und alt der Öffentlichkeit präsentieren.

Der Spielbetrieb der 1.Mannschaft der TSG in der 2. Handballbundesliga wurde ab der Saison 2009/2010 in eine gemeinsame mit dem TV Wallau gegründete „Spielbetriebs GmbH“ ausgegliedert und trat als „HSG FrankfurtRheinMain“ in der Liga auf.
Im Rahmen des 33.Turnfestes in Frankfurt (30.Mai – 5.Juni) hatte die Abteilung Turnen der TSG Münster 750 Sportler und Sportlerinnen aus Nordrhein-Westfalen beherbergt und betreut. Alle Gäste fühlten sich in Münster aufgrund der guten Betreuung sehr wohl.

2010/2011

Die seit langer Zeit erforderliche Sanierung und Modernisierung der im Jahr 1928 erbauten und immer wieder aufgrund der wachsenden Mitgliederzahl erweiterten TSG Halle, wurde 2010 gemeinsam mit dem Bau der neuen Waldsporthalle der Stadt Kelkheim begonnen.
Durch Verkauf eines Teilgrundstücks wurde nicht nur ein Teil unseres im Jahr 1993 aufgenommen Darlehens getilgt, sondern es wurde auch ein gemeinsam für beide Hallen nutzbarer Zwischenbau erstellt.
Die dadurch möglichen neuen Umkleide- und Duschräume stehen ab März 2011 auch unseren Mitgliedern zur Verfügung.

Die neue Waldsporthalle und unsere vereinseigene Halle, die durch die Modernisierung nun fast allen Turnansprüchen gerecht wird, bieten optimale Voraussetzungen für den Ausbau des immer anspruchvoller werdenden Sportbetriebs in allen Bereichen.

Es wurde nicht nur die Turnhalle modernisiert, sondern das Turnhallengebäude wurde erneut erweitert. So wurde ein neues Infocenter für Mitglieder und Interessenten des Vereins und ein neuer Sportlereingang zur TSG Halle geschaffen.

Die TSG Münster hat vor 5 Jahren eine von der Landsportjugend genehmigte Stelle für einen „FSJler“ geschaffen. Hier können Mitglieder das „freiwillige soziale Jahr“ bei uns durchführen. Insbesondere im Bereich Zusammenarbeit mit den Schulen und Kindergärten am Ort, aber auch im Kinder- und Jugendsport stehen sie den Abteilungen unterstützend zur Seite.
Aufgrund der Neugliederung der Bundesligen und des aufgrund der Wirtschaftskrise nicht vorhersehbaren Ausfalls, der für einen Verbleib in der II. Bundesliga erforderlichen Sponsoren, erfolgte der Rückzug in die neue 3. Liga. Der Spielbetrieb wird ab der Saison 2011/2012 wieder von der TSG alleine organisiert und kehrt zum ursprünglichen Mannschaftsnamen „TSG Münster“ zurück. Die „Spielbetriebs GmbH“ soll im Jahr 2011 aufgelöst werden.
In diesem Jahr wurde der TSG Münster aufgrund der außerordentlich guten Jugendarbeit schon zum 4. Mal in Folge das Zertifikat „ exzellente Jugendarbeit“ der Handballbundesliga erteilt.

Die B-Jugend wurde in der Saison 2009/2010 Südwestdeutscher Meister! Seit 2009 erreichte die B-Jugend zweimal und die A-Jugend einmal das Viertelfinale zur Deutschen Meisterschaft.
Die A-Jugend wurde in der Saison 2010/2011 Südwestdeutscher Meister, die B-Jugend hatte an der Endrunde teilgenommen.

Die Radsportabteilung bietet Radtouristik- und Mountainbikefahrten an. Dort haben sich nach langer Zeit wieder einmal 2 Jugendliche, die an Straßenrennen teilnehmen, angeschlossen.

Alle Abteilungen betreiben intensiv Kinder- u. Jugendarbeit und bieten weiterhin vielfältige Sport- und Karnevalaktivitäten an.

Der Verein hat in diesem Jahr insgesamt 1810 Mitglieder. Darunter ist die Mitgliederzahl der Jugendlichen in den letzten Jahren auch weiter gestiegen und erreicht nun einen Anteil von 44%.

Stand: August 2011

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